Die Radierung – Erläuterungen

Schon vor über 2000 Jahren wurde die Grafik bei den Ägyptern, vor über 1000 Jahren bei den Chinesen als ein Ausdrucksmittel verwandt. In Europa wurde sie erst Ende des 14. Jahrhunderts entdeckt. Dabei waren die Radierung und der Kupferstich die damals vorherrschenden Techniken.

Der Begriff „Radierung“ kommt von dem lateinischen Wort „radere“ und heißt ritzen. Jahrhunderte hat man so gearbeitet, entscheidend waren die Verletzungen einer Metallplatte, in denen die Farbe verblieb und nach dem Druck auf das Papier weitergegeben wurden. Daher auch die Bezeichnung Tiefdruckverfahren.

Der Künstler kann in eine Metallplatte das gewünschte Motiv

– hineinätzen
– hineinkratzen
– hineinschaben
– hineinbohren
– hineinschneiden

Alle Farbe für den Abdruck ist in der Platte – alle Farbe wird beim Abdruck aus den geätzten, gekratzten, geschabten, gebohrten und geschnittenen Vertiefungen, die zusammen das Motiv des Künstlers ausmachen, aufs Papier gegeben.

Was ist das Faszinierende an den verschiedenen Techniken der Graphik?

Es sind zwei Aspekte, die diese Kunst so attraktiv erscheinen lassen. Zum einen die Verknüpfung von künstlerischem Schaffen und handwerklichem Können. Denn das Drucken ist ein Handwerk, ein Handwerk, das zu lernen ist mit all seinen Schwierigkeiten, Misserfolgen aber auch dem Hochgefühl nach getaner oft körperlich schwerer Arbeit.

Der zweite, noch viel wichtigere Aspekt ist die Demokratisierung der Kunst mit Hilfe der Graphik:

Ein Gemälde kann nur an einem Ort sein und dort – wenn überhaupt – für eine begrenzte Zahl von Besuchern einsehbar sein. Die Graphik kann – je nach limitierter Auflage – an ganz verschiedenen Orten für viele Menschen einsehbar sein. Und, was nicht zu unterschätzen ist, sie ist deutlich erschwingbarer und somit auch von Menschen mit weniger Einkommen zu erwerben.

Hinzu kommt als Vorteil bei der Graphik, dass es inzwischen so viele verschiedenen Techniken und damit Ausdrucksmöglichkeiten gibt, die dem Künstler ungeahnte Möglichkeiten eröffnen.

(Text: Dr. Fritz Bilz, Köln)


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